Marktgemeinde Raaba-Grambach
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TBC-Information

In der Marktgemeinde Raaba-Grambach hat es in den letzten Tagen einen Tuberkulose Fall gegeben.
Nach unverzüglicher Rücksprache mit dem Sanitätsreferat der BH Graz Umgebung gibt es jedoch keine Ansteckungsgefahr für unsere Bevölkerung!

Im Nachfolgenden dürfen wir Ihnen eine kurze Information des fachlich versierten Tuberkulose Spezialisten Hr. Primar Dr. Gert Wurzinger bekanntgeben:

Die Tuberkulose (TBC) ist eine Infektionserkrankung, die nur durch „Tröpfcheninfektion“, also durch Husten, Nießen, Sprechen oder Singen von Mensch zu Mensch übertragen wird. Eine Übertragung der Keime durch Angreifen von Gegenständen oder von Kleidungsstücken, Händeschütteln oder durch Speisen ist nicht möglich. Außerdem kann eine Tuberkulose nur von einer Person übertragen werden, welche an dieser Erkrankung leidet und zudem beim Ausatmen Bakterien über die Bronchien mit ausatmet. Man spricht in diesem Fall von „offener Tuberkulose“ – im Gegensatz zur „nicht offenen Tuberkulose“, bei der wohl die Erkrankung vorhanden ist, jedoch keine Verbindung zwischen dem Entzündungsherd und den Bronchien besteht. Somit ist eine TBC-Erkrankung auch ohne Infektionsgefahr für Andere möglich.

Nachdem eingeatmete Tuberkulosebakterien von einem gesunden Immunsystem in der Lunge problemlos abgewehrt werden können, bedeutet ein enger Kontakt mit einer tuberkulosekranken Person nicht automatisch eine Erkrankung. Dies ist jedoch umso eher möglich, je schwächer das Abwehrsystem ist (Kriegszeiten, Armut, Katastrophen, schlechte Lebensverhältnisse, auszehrende Erkrankungen, usw.). Auch wenn ein enger Kontakt zu einer Infektion führt, erkranken die allermeisten Personen nicht an dieser Infektion. Etwa ein Drittel der Menschheit (!!) ist mit Tuberkulose infiziert, jedoch erkrankt nur ein sehr kleiner Teil von ihnen an TBC.

Verlief bis vor 70 Jahren die Krankheit noch schicksalshaft, so gibt es seit Ende des 2. Weltkrieges gute Antibiotika gegen diese Keime. Heute ist die Tuberkulose eine gut zu behandelnde und meist mit vollständiger Heilung verlaufender Erkrankung. Nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen aus bestimmten Hochrisikoländern finden sich resistente (widerstandsfähige) Keime, die eine längere Behandlung mit bestimmten Antibiotika erforderlich macht. Die klassischen „Flüchtlingsländer“ des Vorderen Orients und Afrikas zählen jedoch nicht zu diesen Hochrisikoländern.

In den Industrieländern, so auch in Österreich wurde die Tuberkulose schon sehr weit zurückgedrängt. Durch das hoch entwickelte Gesundheitssystem mit bewährten Kontrollmechanismen gegen Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten ist eine Angst, Panik oder gar Hysterie gegen eine Erkrankung mit diesem Keimen absolut unangebracht!

Prim. Dr. Gert Wurzinger

Vorstand der Abteilung für Lungenkrankheiten des LKH Hörgas-Enzenbach

und der Pulmologischen Tagesklinik des LKH Graz Süd-West, Standort West